Skulpturen

16 der insgesamt 22 Skulpturen von Johannes Dörflinger stehen exakt auf der Grenzlinie. Je drei Skulpturen auf deutschem und Schweizer Boden. Der Magier, der sich aus dem Wasser erhebt, macht den Grenzverlauf bis in den Bodensee hinein sichtbar.

Während die Sockel die natürliche Farbe des Edelstahls zeigen, sind die Skulpturen in einem metallisierend-rötlichen Farbton lackiert. Die Farbe liegt in acht hauchdünnen Schichten übereinander. Dieser Farbauftrag bewirkt mannigfaltige Brechungen des Lichts. Die Skulpturen changieren von einem hellen Rosa über Korallenrot bis zu dunklem Violett.


magierMagier

Aus dem Wasser steigt eine unruhige Skulptur, die widerstrebende Bewegungen in ein spannungsvolles räumliches Zeichen verwandelt.


heiligeHeilige
Ein vollkommenes Oval konzentriert sich zum Symbol der Heiligen. Das Oval ist selbstbezogen und zugleich Durchblick.


heiligerHeiliger
Der ideale Kreis wird von einem senkrechten Sockel ins Blickfeld des Betrachters erhoben. Ein kleines Stück senkrechter Form auf seinem Zenit weist über ihn hinaus. Die Skulptur bedeutet nicht schon die Vollkommenheit, sondern lässt sie als Ziel erkennbar werden.


herscherinHerrscherin und Herrscher
Zwei Kreissegmente wenden sich einander zu und bilden eine Öffnung, einen Durchgang oder ein symbolisches Tor, das Grenzen durchlässig macht. Im Zusammenspiel ähnlicher Formen umfangen die Skulpturen die Atmosphäre des Ortes, an dem sie stehen.


herscher

liebeLiebe
Es bleibt unentschieden, ob die Dynamik der Skulptur nach innen oder nach außen gerichtet ist. Die jeweiligen Enden können als Anfang oder als Abschluss des Kurvenverlaufs gedeutet werden. So entsteht das bildnerische Gleichnis für einen sich immer wieder erneuenden Prozess, der von einer pendelnden Energie in Gang gehalten wird.


wagenWagen
Eine ruhige Stufung von auf- und absteigenden Linien, nur in der mittleren Strebe unterbrochen, sodass eine Spannung zwischen rechts und links, oben und unten entsteht. Die Konstruktion trägt sich selbst, aber umfasst eine Leere, eine Lücke in ihrer Mitte, die auch als das eigentliche Kraftzentrum verstanden werden kann.


gerechtigkeitGerechtigkeit und Eremit
Die Skulptur Eremit greift vom Sockel her energisch aus, um auf der Spitze die Bewegung umzukehren und in einem sanften Bogen sich wieder zu schließen. Das Gegenüber strebt ähnlich direkt in die Höhe, gerät in ein labiles Gleichgewicht und versucht an der Spitze durch einen dachartigen Winkel ihre Vollendung zu finden. Skulpturale Lektionen über die Schwierigkeit, die Balance zu finden.


eremit

gluecksradGlücksrad
In größtmöglicher Verdichtung ist eine Formel für Kreisen entstanden. Die offene Mitte wird von Kreissegmenten angetrieben. Statik und Dynamik vereinigen sich zu einem ziellosen Kreislauf.


weiblichekraftWeibliche Kraft und Männliche Kraft
Ein Dialog zweier bewegter Formen. Fast scheinen menschliche Gesten erkennbar zu sein. Diese lassen sich als Streit, als Gespräch, als erregte Diskussion interpretieren. Aber die Konstellation erweist sich auch als ein Ringen um Raum, das noch nicht entschieden ist.


maennlichekraft

narrNarr
Einem Kreis sind zwei Linien eingeschrieben, die sich von oben und unten in den Innenraum strecken, ohne sich zu treffen. Die ideale Form wird zerschnitten und in ihrem perfekten Zustand gestört, ohne dass die Auflösung der entstehenden Unruhe möglich ist.


todTod und Wiedergeburt
Die beiden ähnlichen Formen lassen sich einmal als Beginn einer aufstrebenden und sich dehnenden Entwicklung lesen; zum anderen als ein Absinken eines Fragments aus einer sich auflösenden größeren Konstruktion.


wiedergeburt

teufelTeufel und Turm
Die Skulptur gewinnt ein schwieriges Gleichgewicht, obwohl ihre Elemente angreifende und abwehrende Impulse verbildlichen – der Stillstand eines rasenden Geschehens.


turm

sternStern
Eine einfache, symmetrische Form, die an das Zeichen für einen Menschen denken lässt, aber auch an Strahlen, die sich ausdehnen. Unter allen Skulpturen ist diese die elementarste: Aufgerichtet sein und Raumbeherrschung bilden ihre formalen Prinzipien.


sonneSonne und Mond
Positiv und negativ, steigend und stürzend, sich schließend und sich öffnend können die Formen den Raum erfassen oder entlassen. Oben und Unten sind gleichberechtigt – eine schwebende Ewigkeit nimmt Form an.


mond

gerichtGericht
Die Konstellation erscheint unmittelbar, plötzlich, entschieden. Einfach sich kreuzende Linien, dynamisch nach rechts gerückt suchen nach einem Halt in sich selbst.


universumUniversum
Machtvoll, doch harmonisch schwingende Kurven greifen über die Skulptur hinaus in den Raum. Der schräge Sockel verbürgt zusätzlich kreisende Kraft.